Wer kennt das nicht – per E-Mail oder Post flattert eine Rechnung ins Haus, mit der man nicht gerechnet hat. Auf den ersten Blick scheint die Forderung sogar plausibel, jedoch beschleicht einen das Gefühl, das etwas damit nicht stimmt. Dieses „Bauchgefühl“ sollte man ernst nehmen und genau prüfen, ob die Forderung berechtigt ist. Oftmals steckt hinter derlei Schreiben eine Betrugs-Masche. Ist das Geld erst überwiesen, ist dies meist unwiederbringlich verloren.

Neue alte Abzock-Masche

Am 8. Oktober 2018 hatten wir bereits in diesem Blog-Artikel über die Abzock-Masche der „Datenschutz-Auskunftszentrale“ berichtet. Nun treibt eine neue „Zentrale“ ihr Unwesen – nämlich die sog. „Handelsregisterzentrale“. Und wieder einmal mussten wir feststellen, dass auch wir Rechtsanwälte nicht von solch dubiosen Forderungen verschont bleiben.

Nach der Umstrukturierung unserer Kanzlei und der entsprechenden Eintragung in das Partnerschaftsregister, erhielten wir prompt zwei Tage nach dem Eintragungsdatum Post von der GZR GmbH, die uns nebst Überweisungsträger zur Zahlung von 789,74 € aufforderte.

 

Abzockschreiben dieser Art sind jedoch nicht neu. Immer wieder tauchen neue Firmen auf, die die öffentliche Einsehbarkeit des Handelsregisters ausnutzen, um daraus auf Kosten anderer Profit zu schlagen. Mittlerweile wurde im Bundesanzeiger auch eine Liste dieser „Abzocker-Formen“ veröffentlicht.

Das Kleingedruckte lesen

Zwar ist irgendwo im „Kleingedruckten“ zu lesen, dass es sich hierbei um eine „Offerte“ zur elektronischen Eintragung auf gzr-zentrale.de handelt, jedoch suggeriert der anliegende Zahlschein und das fett gedruckte „Zahlbar binnen 3 Werktagen nach Erhalt“ den Eindruck, man sei zur Zahlung verpflichtet, um nicht den Eintrag im Handelsregister einzubüßen. Das Schreiben ist dabei sehr professionell erstellt und könnte glatt von einer Behörde stammen.

Das Register in welchem die Eintragung erfolgen soll, ähnelt einer Geisterstadt. Ruft man die URL auf, so gelangt man auf eine Baukasten-Website, die in der Registersuche genau ein Unternehmen aus Bayreuth aufführt.

Wer steckt dahinter?

Anders als bei ähnlichen unseriösen Zahlungsaufforderungen, scheint es sich bei der GZR GmbH um eine real existierende Firma zu handeln. Auch bei der Kontoverbindung handelt es sich um ein deutsches Konto. Die Chancen stehen also gut, dass den Hintermännern das Handwerk gelegt werden kann. Allein die Tatsache, dass auch eine Rechtsanwaltskanzlei solch ein Schreiben erhält, lässt darauf schließen, dass solche Schreiben massenhaft automatisiert versandt werden.

Was sollte ich tun?

Sollten Sie auch eine Forderung von der Handelsregisterzentrale (GZR GmbH) erhalten haben, so lautet unser Rat: Keinesfalls zahlen!

Wenn Sie bereits eine Zahlung geleistet haben, so sollten Sie diese unverzüglich zurückfordern und ggf. einen Rechtsanwalt einschalten.

 

2 Gedanken zu “Dubiose Rechnung von der Handelsregisterzentrale (GZR GmbH)”

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